Afterwork Burg Scharfenstein – Interview mit Lisa und Martin
Afterwork auf der Burg Scharfenstein: Wie aus einem Mittwoch der Hotspot des Eichsfeld wurde
Drei Termine, eine Burg. Afterwork auf der Burg Scharfenstein hat sich in den letzten Jahren zu einem der festen Treffpunkte für gute Ausgehkultur im Eichsfeld entwickelt. Wir haben mit den Machern Lisa und Martin gesprochen, über die Anfänge an der Ringmauer, darüber warum sie bewusst bei drei Partys bleiben und warum man an einem Mittwoch besser nichts anderes vorhat.
Wie wird aus einer Burg ein Ort, an dem die Leute nach Feierabend mit einem guten Drink in der Hand zu House Musik feiern? Wann war der Moment, wo ihr gemerkt habt, das trägt?
Das haben wir zur Eröffnung der Ringmauer festgestellt, mitten in der Corona Zeit, als alle Leute einfach wieder raus wollten. Wir haben den Gästen mit der Ringmauer und den Partys ein zweites Zuhause geschaffen. Dass die Afterwork Partys ausgerechnet an einem Mittwoch so einschlagen, hätten wir selbst nicht erwartet. Die ersten beiden nach Corona liefen gut, bei der dritten ist es dann so ausgeartet, dass wir gemerkt haben, alles klar, die Leute lechzen danach. Da haben uns die Gäste schon nach der letzten Party gefragt, wann die nächsten im neuen Jahr sind. Wir bleiben aber bewusst bei drei Partys, das hält das Ganze exklusiv. Dazu verschiedene DJs, die wir regional und national buchen, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Das Afterwork wird nicht von einem reingeholten Veranstalter gemacht, sondern wächst aus dem Haus selbst heraus. Merkt man das als Gast, und was macht das mit dem Abend?
Das merkt man definitiv als Gast. Manchmal auch im negativen Bezug, ganz ehrlich. Die ersten drei Partys im ersten Jahr sind mit dem Publikum so ausgeartet, dass wir das teilweise gar nicht stemmen konnten. Wir haben dann über Eintrittskarten und Vorverkauf versucht, die Personenzahl zu steuern, was nicht immer einfach ist. Mittlerweile haben wir aber ein richtig gutes Konzept mit dem freien Eintritt von 17:00 bis 17:30 Uhr. Darüber steuern wir das. Und wer zu spät kommt und die Burg ist schon voll, dann ist das eben so, wir sind limitiert. Die andere Seite ist das Positive: Wir sind selbst der Veranstalter. Wir können steuern, was der Gast sich wünscht, da rührt uns kein Externer rein. Wir schauen, was unseren Gästen gefällt, und setzen das um. Unser Slogan, Willkommen bei Freunden, gilt auf den Partys genauso wie an jedem anderen Tag.
Was muss für euch zusammenkommen, damit ein Afterwork richtig knallt? Habt ihr da ein Rezept, oder ist es jedes Mal Glückssache?
Die größte Rolle spielt sicher das Wetter. Bei schlechtem oder kaltem Wetter ist es nun mal ungemütlich. Aber sofern das Wetter halbwegs mitspielt, ist es ein Selbstläufer. Wir haben gute DJs, die essenziell sind, coole Getränke, cooles Personal und coole Gäste. Dazu das gute Essen, das macht das Produkt rund um die Party einfach komplett.
Wenn man zum ersten Mal hochkommt, was muss man kulinarisch unbedingt probiert haben? Gibt es so ein Signature Getränk oder einen Snack, der einfach dazugehört?
Aperol Spritz geht natürlich immer. Aber dieses Jahr ganz neu machen wir einen Minzmix und Martins Wildburger.
Im Eichsfeld haben sich schon einige an Afterwork Formaten versucht und nahezu alle sind gescheitert. Auf Scharfenstein funktioniert es. Habt ihr eine Erklärung, woran das liegt und was ihr anders macht?
Die Location ist bei uns einzigartig, die hat kein anderer so. Unser Konzept ist im Grunde einfach, aber es holt eine bestimmte Altersgruppe ab, die einen schönen Abend haben will. Ich glaube, wir sind mittlerweile auf dem Weg, das Sansibar des Eichsfeld zu werden.
Ist es am Ende der Ort, der den Unterschied macht, oder das Konzept dahinter?
Wenn man will, funktioniert das Konzept überall.
Wo zieht ihr die Grenze zwischen besonderem Erlebnis und zu abgehoben für die Region?
Genau aus diesem Grund machen wir das für euch Eichsfelder. Das Konzept ist für uns Eichsfelder, da zählen wir, Martin und ich, uns selbst mit hinein und alle, die uns besuchen kommen. Entweder man schätzt unser Konzept, und das tun viele, oder eben nicht. Wer nicht kommt, muss auch nicht wieder gehen. Die Erfahrung gibt uns recht. Ein Beispiel: Der Fahrer unseres Gourmetlieferanten kam neulich zum ersten Mal auf die Terrasse und sagte, das ist ja wie Urlaub hier. Mehr muss man dazu glaube ich nicht sagen. Was uns außerdem ausmacht, ist vor allem das Personal. Wir sind wie eine Familie. Wir haben gerade fünf Jahre Ringmauer gefeiert und dabei ganz tolle Worte von unserem Team bekommen. Dieser Zusammenhalt, das merkt der Gast natürlich, wenn das Team sich untereinander so gut versteht.
Gibt es eine Idee fürs Afterwork, die ihr im Kopf habt, euch aber bisher nicht getraut habt umzusetzen?
Ein Speed Dating hatten wir tatsächlich schon mal, das haben wir uns also getraut. Was uns noch reizen würde, wäre eine Après Ski Party und vielleicht mal eine Afterwork Party im Mittelalter Stil. So etwas in die Richtung, da ist noch Luft nach oben.
Wenn ihr jemandem, der noch nie da war, in einem Satz sagen müsstet, warum er diesen Sommer hochkommen soll, was sagt ihr?
Weil hier einfach alles stimmt. Gutes Essen, gute Getränke, ein traumhafter Ausblick, die passende Musik und eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.
Die Termine 2026: 01.07. Junig b2b Animalfunk (Afro House / House), 05.08. Patchwork Brothers (Dance Classics / House), 02.09. Tom Marks & Friend mit Saxophon (Dance Classics / House). Jeweils 18 bis 22 Uhr auf der Panoramaterrasse Ringmauer. Freier Eintritt von 17:00 bis 17:30 Uhr, danach Abendkasse 10 Euro, limitiert.
Mehr zur Burg Scharfenstein:
Website: Burg Scharfenstein Boutiquehotel und Restaurant
Instagram: @ringmauer_burgscharfenstein
Mit dem Blick fürs Eichsfeld
