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36 Grad und das Eichsfeld wird noch heißer

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36 grad eichsfeld

Zweiraumwohnung wussten schon, wie sich dieser Juni anfühlt. Tagsüber stand die Luft, abends kam nichts mehr nach, und über allem lag eine mediale Dauerschleife aus Warnstufen, Thermometer Symbolbildern und der immergleichen Frage, ob man jetzt überhaupt noch vor die Tür dürfe.

Dass Hitze gefährlich werden kann, steht außer Frage. In den Niederlanden hat der Wetterdienst KNMI zum ersten Mal überhaupt seine höchste Warnstufe wegen Hitze ausgerufen, das Defqon.1 mit über hunderttausend erwarteten Gästen wurde komplett abgesagt. Auch näher dran traf es das Love Music Festival in Magdeburg, abgesagt bei knapp 40 Grad, obwohl der Veranstalter bis zuletzt durchziehen wollte. Bei solchen Temperaturen auf freier Fläche ist das keine Panik, das ist Verantwortung. Wer tagsüber in der prallen Sonne steht, ohne Wasser, ohne Pause, der bringt sich in echte Gefahr. Besonders sehr junge und sehr alte Menschen.

Aber zwischen einem Großevent mit Zehntausenden auf offener Fläche und einer Abendveranstaltung im Eichsfeld liegen Welten. Und genau diese Unterscheidung ist in der Berichterstattung oft untergegangen. Wenn alles in denselben Topf wandert, entsteht der Eindruck, jede Veranstaltung sei gleichermaßen ein Risiko. Das stimmt so nicht.

Bemerkenswert ist dabei ein Satz, den der Magdeburger Veranstalter vor der Absage gesagt hat. Er vertraue darauf, dass seine Gäste selbst einschätzen können, wann sie kommen und wie sie auf sich achten. Genau dieses Vertrauen in die Mündigkeit der Leute ging in der großen Warnschleife unter. Am Ende entschieden Stadt und Veranstalter, nicht die Besucher.

Wer sich angeschaut hat, was hier vor Ort lief, hat ein anderes Bild gesehen. Die Open Air Formate und alles, was im Zelt mit geöffneten Wänden oder mit vernünftiger Belüftung stattfand, war gut besucht. Die Leute sind gekommen. Sie haben sich nicht von einer Schlagzeile vom Besuch ihrer heimischen Veranstaltung abhalten lassen. Und sie haben sich vernünftig verhalten, abwechselnd ein Getränk mit, eins ohne Alkohol, weil bei der Hitze schlicht mehr getrunken werden musste.

Dazu kommt ein Punkt, den die großen Warnungen gern übergehen. Nachts kühlte es leicht ab. Angenehme 25 Grad, deutlich besser auszuhalten als der Nachmittag. Genau in diesem Fenster spielen sich die Abendveranstaltungen ab. Schwierig wurde es da, wo drinnen gefeiert wurde, im Saal oder im geschlossenen Zelt. Open Air dagegen sah auf den Bildern richtig gut aus. Und falls es in eurem Festsaal oder Festzelt doch zu warm wurde, hätte man ja einfach eine Straße sperren und draußen weiterfeiern können.

Am Ende zeigt dieser heiße Juni vor allem eins. Das Eichsfeld kann für sich selbst entscheiden. Wer Schatten, Wasser und Belüftung organisiert, der kann verantwortungsvoll feiern, ohne in Schockstarre zu verfallen. Die Leute hier haben genau das getan. Sie haben hingeschaut, abgewogen und sind trotzdem gekommen.

Also lasst euch nicht unterkriegen. Am Ende entscheidet ihr selbst.

Mit dem Blick fürs Eichsfeld