Echt jetzt.
Manchmal juckt es einfach wieder in den Fingern. Lange her, dass hier ein Echt jetzt stand, und der Plan ist simpel: unregelmäßig, wenn es was zu sagen gibt, und ab jetzt hier auf dem Blog statt im WhatsApp Verteiler. Passt auch besser, es gibt mittlerweile genug zu entdecken auf der Seite.
Und weil ich grad ein wenig durchhänge, hab ich das letzte Wochenende mal von außen betrachtet. Ergebnis vorweg: das Eichsfeld in seiner Gesamtheit hat als Ausgeh Hotspot verdammt gut funktioniert. Ein paar Beobachtungen will ich mit euch teilen.
Angefangen in Neustadt beim Sportfest. Neben den üblichen sportlichen Aktivitäten fand ich vor allem eins krass: wie stark die 2-Takter Szene rund um Neustadt unterwegs ist. Zum Simson Treffen wurde geladen und mit einer riesen Ausfahrt zelebriert, die Bilder sahen klasse aus. Das Video mit dem Trabi Cabrio und dem geöffneten Billigsekt bei voller Fahrt hat mir ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert. Alles ein wenig rauer, ein wenig rustikaler, und man nimmt sich selbst nicht so ernst. Genau so darf das sein.
Weiter geht mein Blick nach Heiligenstadt zum Sole Open Air, diesmal in Kooperation mit dem Weinhandel Paura und mitten auf dem Marktplatz. Vorweg: hätte es noch Strand gegeben, die Bilder hätten nach Saint Tropez ausgesehen. Ich hatte es nicht so in Erinnerung, dass Heiligenstadt so viel Old Money Fashion zutage bringt, aber no hate, die Qualität hat gestimmt. Ein entspanntes Publikum in bester Feierlaune, und der volle Marktplatz hat dafür gesprochen, dass sich die jungen Leute in Heiligenstadt mehr davon wünschen. Allein der Kontrast zu den üblichen Veranstaltungen zeigt, dass die Sole Events einen Nerv treffen.
Und da liegt der Punkt, an dem Heiligenstadt für die nächsten Jahre nachdenken darf. Denn nach so einem Abend wollen die Leute nicht nach Hause. Sie wollen irgendwo einkehren und weiterfeiern, und wer keine großen Möglichkeiten hat, bleibt in der Innenstadt und landet in den lokalen Bars und Kneipen, gern auch noch draußen beim Quatschen. Das freut die Wirte, klar. Nur sorgt es genauso für die Anwohner, die sich bei offenem Fenster ihren verdienten Schlaf wünschen und stattdessen aus ihm gerissen werden. No hate an die Sole Events, no hate an die Kneipen, die sich über jeden Gast freuen. Aber ein Spot, wo man nach so einem entspannten Abend noch bis in die Morgenstunden feiern kann, fehlt in Heiligenstadt einfach. Und in genau diesem Moment denke ich doch gern ans Exit zurück.
Die letzten beiden Stationen gehen nach Leinefelde und Worbis. Die Kirmes in Leinefelde ist definitiv stabil und gut angenommen worden, die Band war klasse. Und Worbis mit Glashaus on Tour zum Schützenfest hat ebenfalls gut funktioniert. Die Befürchtung, die LGS könnte den heimischen Feierlichkeiten der Vereine das Wasser abgraben, hat sich nicht bewahrheitet. Ganz im Gegenteil, ich glaube fast, es hat sogar beflügelt, weil so viele Menschen zum gemeinsamen Feiern gekommen sind.
Das Eichsfeld bleibt stabil.
Und bevor ich Schluss mache: Am Dienstag sieht man sich zur traditionellen Ringau Kirmes in Leinefelde. Kein Dienstag im Jahr ist besser besucht als der.
Mit dem Blick fürs Eichsfeld
gruß Dario